Reisebericht vom 01.03.2018

Liebes Tagebuch,

es ist Donnerstag, die Sonne scheint und wir bibbern den letzten vollen Tag in unserem Zuhause auf Zeit entgegen. Nach unserer morgendlichen Routine (Frühstück, Andacht…) ging es für uns in das Friedrich-Fröbel-Education-Center. Bei unserer Ankunft sahen wir bereits Männer, die mit tellergroßen Stampfern den Volleyballplatz planierten (siehe Foto). Während unseres kurzen Empfangssnacks im Office, wurden wir damit überrascht eine weitere Unterrichtsstunde zu halten. Nach kurzer Absprache und pädagogischer Beratung 😉 entschieden wir uns erneut in dieses kalte Wasser zu springen. 

Apropos springen: auch Hüpfkästen war neben Bingo & Co ein Teil unserer Stationsarbeit. Unsere Handwerker beschäftigten sich unterdessen wieder mit der sehr verantwortungsvollen Aufgabe der (eher passiven) „Bauaufsicht“. Dabei ist zu erwähnen, dass die schwerste körperliche Tätigkeit darin bestand, die sehr schweren Plastikstühle von der östlichen zur westlichen Akazie zu schleppen (20m). Völlig erschöpft und schweißüberströmt mussten sie nach dieser schweren Tätigkeit das Schulgebäude aufsuchen, um Wasser zu holen. Frisch getränkt ging es für uns zur Einweihung des fast fertiggestellten Volleyballplatzes (93%). Schnell wurden noch die Linien mit Kreidepulver aufgezeichnet, bevor unser Eröffnungsspiel (Team Punjabi gegen Team Babu and friends) starten konnte. Die Frauen beendeten das Spiel als Sieger der Herzen.

Geschenke

Zurück im Waisenheim haben wir uns kurz gestärkt und eine kleine Pause eingelegt, bevor wir die restlichen Geschenke einpackten und bereitstellten. Im Anschluss daran setzten sich Jacqueline und Pastor Christian(a) ins Büro von Pastor Babu, um die Spendengelder aufzuteilen und über die weiterführenden Projekte zu sprechen. 

Parallel dazu hat sich der Rest des Teams auf die Jungs und Mädels der zehnten Klasse aufgeteilt, um mit ihnen über ihre Wünsche und Träume zu sprechen, sie zu ermutigen und ihnen ein paar praktische Wegbegleiter (selbstgenähte Taschen für die Mädels und Uhren für die Jungs) mitzugeben. Da wir mit dem Zehner-Programm etwas in Verzug gerieten, begann auch die Verteilung der Geschenke für die Kinder später. Ein fröhliches Gemurmel und aufgeregtes Gekicher, erfüllte unser Herz mit Glückseligkeit. Nun begannen wir die gut vorsortierten Tüten an Kinder, Mitarbeiter und Familie zu übergeben. Im Anschluss daran ließen wir Prem hochleben und feierten eine kurze Geburtstagsparty.

Abendprogramm

Fast wäre nach diesem vollen Tag unser tägliches Abendprogramm eingekürzt worden. Doch da es uns sehr wichtig war, den Kindern auch noch die Wahrheit „I am special“ („Ich bin einzigartig“) weiterzugeben, wurde kurzerhand der Beamer im Hof aufgebaut, eine provisorische Leinwand aufgehängt und los ging es. Eine halbe Stunde später, alle Kinder waren todmüde, aber super glücklich, mussten wir uns von allen verabschieden. Jeder bekam noch einen selbstgestalteten Button überreicht, der sie an die gelernten Wahrheiten erinnern soll.


Abschied

Nachdem wir alle noch einmal das leckere indische Essen genießen durften, wurden wir Frauen zum Abschied noch einmal von zwei der größeren Mädchen mit Henna verschönert. Als wir uns dann schließlich auch von Familie Babu verabschiedet hatten und auch die letzten Kinder nach mehrmaligem Wiederauftauchen auf dem Hof (um „wichtige“ Aufgaben zu erledigen), im Bett verschwunden waren, hieß es für uns noch Koffer packen. Weit nach Mitternacht fielen wir dann in unsere Kojen und mussten diese schon wenige Stunden später wieder verlassen, da wir 5:30 aufbrachen. Nach einem schnellen Abschiedsessen fuhren wir in den nebligen Morgenstunden gemeinsam mit David Richtung Flughafen. So kamen wir noch einmal in den Genuss der indischen Straßen und ihrer Tücken und waren froh, dass wir ohne blinden Passagier oder Achsenbruch und mit allen Koffern heil ankamen. Schließlich mussten wir uns auch von unserem letzten indischen Freund verabschieden und taten das natürlich standesgemäß mit einem kräftigen: thumbs up J

Überrascht waren wir, dass dieses Jahr die indische Flüge pünktlich starteten und landeten und wir so in den Genuss kamen unser Gate und unseren Zug in Deutschland in normalem Schritttempo zu erreichen. Völlig überdreht, aber super glücklich über die gemeinsamen Erlebnisse, unterhielten wir unseren ganzen Zugabteil, bevor sich unsere Wege in Erfurt (vorerst) trennten.