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Weihnachtsrundbrief 2018

Weihnachtsrundbrief 2018

Liebe Indienfreunde,

auch in diesem Jahr zog es uns wieder nach Indien, nach Machillipatnam! Und wir können auf eine sehr vielseitige Zeit zurückblicken. So wurden wir bereits an unserem Anreiseabend von Pastor Babu mit „WELCOME HOME“ – „WILLKOMMEN ZUHAUSE“ begrüsst und wir bekamen in der gesamten Zeit gezeigt, dass uns viel mehr verbindet, als „nur“ diese Reisezeit. Wir sind Geschwister und dadurch miteinander verbunden. Auch in diesem Jahr gab es für uns und für unsere indischen Freunde viele schöne Erlebnisse, die wir miteinander teilen durften.

FRIEDRICH-FRÖBEL-EDUCATION-CENTER

So genossen wir – wie auch in den Jahren davor – die Möglichkeit in der Schule (Friedrich-Fröbel-Education-Center) zu unterrichten. Julie und Sagar, das Schullleiterehepaar, ermöglichten uns in diesem Jahr wesentlich mehr Stunden, die wir gestalteten. Besonders schön zu sehen sind die Gesichter der Lehrerinnen und Lehrern, die währenddessen beobachten konnten und sich inspirieren ließen. Während eine Gruppe drinnen unterrichtete, widmete sich die andere Gruppe unserem diesjährigen Bauprojekt – ein Volleyballplatz vor der Schule. Innerhalb kürzester Zeit wurden weitere Mithelfer aus den umliegenden Häusern und Orten angeheuert und es war möglich am Ende unserer Zeit ein erstes Match auf diesem Platz zu spielen. 🙂

Eine Besonderheit unserer Zeit an der Schule war die Fußwaschung, die wir für die Lehrerinnen und Lehrer machten, um sie zu wertschätzen und es Jesus gleich zu tun. Gerade in einem solch dienenden, selbstlosen Beruf ist es wichtig, Ermutigung zu erfahren. Dabei staunten wir, wie sehr es auch uns bewegte. Ein finanzielles Anliegen für die Schule ist die Anbringung eines Löschwassersystems und einer Feuertreppe ander Außenseite der Fassade, welche die indischen Behörden fordern und die möglichst bald installiert werden müssen.

Als Abschluss unserer Zeit in der Schule wurde uns auch in diesem Jahr ein liebevolles Programm geboten, mit Tanzvorführungen und begeisterten Kindern, die aufgeregt um uns herum hüpften. 🙂 Herrlich.

ORPHANS-FAITH-HOME

Auch für das Miteinander der Kinder im Kinderheim gab es neue Vorgaben, die in diesem Jahr für einige Besonderheiten sorgten. So dürfen ab sofort die Jungs nicht mehr mit den Mädchen zusammen wohnen/essen/spielen und wir konnten keine gemeinsame Spielzeit im gewohnten Sinn anbieten. Diese neue Richtlinie empfanden wir als sehr schwierig umzusetzen, da die Jungs im Zweifelsfall in ihrem Zuhause (die Zimmer der Jungs befinden sich unterhalb der Kirche) blieben und nicht mit auf das Gelände des Kinderheims kamen. Es war für uns deutlich zu spüren, dass die Jungs beim Abendprogramm umso mehr unsere Nähe suchten und sofort zu uns rutschten, wenn wir uns in ihre Mitte setzten. Dies war besonders an dem Abend schön, an dem wir den JESUS-Film auf Telegu anschauten und gemeinsam mit den Kindern auf dem Boden der Kirche saßen.

Eine weitere Besonderheit ist, dass die Kinder jetzt mit frischer Milch der neuen Kühe versorgt werden, in die Pastor Babu investiert hat. Dafür befindet sich ein neugebauter Kuhstall im hinteren Part des Grundstücks. Diese Tiere werden rundum gut versorgt (von einer Familie, die mit auf dem Gelände wohnt) und ermöglichen eine nachhaltige Versorgung. In diesem Jahr wurde auch das erste Geld für den Bus übergeben. Die Problematik, dass der Bus noch immer kaputt ist (da Pastor Babu immer nach Dringlichkeit entscheiden muss, wie das Geld verteilt wird und die Kinder immer Vorrang haben), führte auch fast dazu, dass der Strandtag, den die Kinder so lieben, ausfiel. Glücklicherweise durften wir uns sehr dafür stark machen, in zwei Touren zu fahren. So konnte unser Beachday gerettet werden. Gott sei Dank!

HOME OF HOPE

Am Sonntag durften wir wieder die „Home of hope“ – Family auf dem Gelände des Kinderheims begrüssen und gemeinsam mit ihnen einen schönen Nachmittag verbringen. Die Besonderheit hierbei war ein Schokoladenfondue, welches wir aus Deutschland mitgebracht hatten und bei dem sich jeder Obststückchen in Schokolade tauchen durfte.

Die strahlenden Augen sind unvergesslich. 🙂

Auch durften wir in diesem Jahr für ein Grundstück beten, auf welchem das zukünftige Home of hope stehen wird. Gleich neben dem Dorf aus dem Pastor Babu stammt, liegt dieses fruchtbare und gute Land und besonders die Bereitschaft des Dorfes, den Bau des Home of Hope voranzubringen, ermöglicht neue Perspektiven. So soll es hier ein Gemeindezentrum für alle Einwohner des Dorfes und des „Home of hope“ geben. Wir freuen uns über jedes segnende

Gebet für dieses Fleckchen Erde und natürlich über Spenden, um diesen Traum zu ermöglichen.

WEITERE BESONDERHEITEN

Wir durften in diesem Jahr nach Rajamundri fahren, um uns ein ähnliches Projekt anzuschauen und uns inspirieren zu lassen. Sehr kostbar empfanden wir dabei die relativ lange Busfahrt, auf der wir uns sehr persönlich mit David unterhalten und dabei wieder mehr Einblick in die indische Kultur bekommen konnten. Dies erlebten wir auch bei der Hochzeit, an der wir während des Gottesdienstes am Sonntag teilhaben durften. Besonders die kulturellen Unterschiede fanden wir sehr interessant.

Ein sehr ernster Teil unserer Reise war ein Abend, an dem wir uns mit David und Pastor Babu Videos über die Christenverfolgung in Indien anschauten. Wir waren sehr geschockt, wie vielen Anfeindungen unsere Freunde ausgeliefert sind. Bitte betet weiter für unsere lieben Freunde, die so oft in viel schwierigeren Umständen leben und eben nicht solche Privilegien genießen, wie wir hier in Deutschland.

 

VEREINSGRÜNDUNG

Seit September 2018 dürfen wir uns über die Gründung des Vereins Indienprojekt e.V. freuen. Vieles bleibt wie gewohnt erhalten, manches wird sich ändern, zum Beispiel die Bankverbindung für unser Spendenkonto. Für eine Übergangszeit gelten beide. Mehr Informationen werden folgen.

Bitte schließt all diese Menschen in eure Gebete ein und habt vielen Dank für jeden Euro, jede Sachspende und jedes Mut machende Wort für dieses Projekt.

Seid herzlich gegrüsst und gesegnet – wir wünschen euch ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr.

2018 wurden durch Ihre Spenden + + +

und es soll weiter gehen!

  • Lehrergehälter bezahlt
  • Schulkleidung, -bücher und Arbeitshefte
  • Volleyballplatz gebaut
  • Grundstück für „Home of Hope“ gekauft
  • die tägliche Vorsorgung mit Grundnahrungsmitteln verbessert

So ein Schultag, der ist lustig….

Am vergangenen Montag hatten wir als Team die Chance, die Schule ganz aktiv mitzubegleiten und eine Unterrichtseinheit mit den jungen Menschen der 6. und 8. Klasse zu gestalten. Auf dem Plan stand für die Sechtklässler „Kunst – kreatives Gestalten“ und für die Älteren (es war eine Mischung aus der 8. und 9. Klasse und auch ein paar jüngere Kinder haben sich durch Lehrerausfall zu uns gesellt) gab es „Englisch“. Birgit, unser erzgebirgisches Unikat, hat dafür in der Jenaplanschule darum gebeten, dass die Schüler der dortigen 8. Klasse Briefe nach Indien schreiben, in denen sie sich und ihre Schule vorstellen. Wie ihr euch sicher denken könnt, waren die Augen der Schüler riesengroß, als sie Post von einem anderen Eckchen der Welt bekamen. Ein leises Gekicher und aufgeregtes Raunen ging durch die Reihen.

Die jungen Leute dieser Klasse(n) ließen sich so gut auf unsere Vorschläge ein und das Resultat der Stunde sind gestochen schöne Briefe (die meisten Kinder haben eine so tolle Handschrift!). Uns hat es wirklich Spaß gemacht, trotz der manchmal etwas holprigen Englischverständigung, diese Stunde zu gestalten.

Natürlich war das besonders durch den traumhaften Lehrerschlüssel möglich, der sich durch die Anwesenheit von Sagar und Julie und David und der Klassenlehrerin ergab und es den Kindern erleichterte, uns zu verstehen.

Auch im Nachbarzimmer ging es heiß her. Es gab verschiedene Bastel- und Baueinheiten und es wurde dabei so deutlich, wie gut es den Kindern tut, wenn sie die Möglichkeit haben, sich in ihrer Kreativität zu entfalten. So malten und klebten, bastelten und bauten sie, unter Anleitung des deutschen Teams. Besonders für die indischen erwachsenen Beobachter war diese Stunde besonders.

David verkündete am Ende des Tages, dass Sagar gern zweimal in der Woche eine solche Stunde abhalten möchte. Gemeinsam motivierten wir die Schulleiter Julie und Sagar dann, kleinschrittig anzufangen. Es ist wichtiger, regelmäßig eine solche Zeit zu haben,als übermäßig oft. Darum ist es auch schon so gut, einmal im Monat, bzw. aller drei Wochen eine solche Kreativzeit anbieten.

Für uns ist es eine Bereicherung gewesen, zu sehen, wie gut es den Beobachtern tat, neue Impulse gesetzt zu bekommen. Welch ein Privileg es doch ist, hier in Indien zu sein und füreinander ermutigend und liebevoll da zu sein.

Franzi

Thank you sister!

In Deutschland haben wir in zahlreichen Kindergärten und Schulen für die Kinder in Indien Sachspenden gesammtelt. Viele, viele Radiergummis, Stifte, Plüschtiere, Spielsachen sind hierbei zusammen gekommen. Mein Auto war bis unters Dach mit Sachspenden gefüllt. Alle Spenden verpackten wir in 11 verschiedene Koffer, sodass jeder von uns zwei Koffer hatte. Unsere Kinder in Deutschland waren so stolz für die die gleichaltrigen Kinder in Indien Spielsachen gesammelt zu haben. Wir waren es auch und so zogen wir nach Indien mit schwerem Gepäck.

Am Sonntag Nachmittag brauchten wir schon die ersten Sachspenden. Ins Kinderheim ist unsere Gruppe von Home of Hope gekommen, 48 Menschen, viele Kinder waren dabei, was war es für eine Freude den ganzen Nachmittag zusammen mit den Kindern zu verbringen, einige erkannten wir sofort wieder, als der Abschied kam, konnten wir von den vielen Sachspenden 48 Beutel packen und übergeben.
Für die Männer hatten wir noch Hemden dabei. Sie strahlten über das ganze Gesicht. Sie wohnen in einem Dorf, haben es ganz schwer, denn alle haben Aids. Sie leben zusammen in einem Haus, dürfen das Haus auch nicht verlassen und waren so dankbar das wir uns extra Zeit genommen hatten. 

Unsere Kinder im Kinderheim spürten so langsam das der Abschied naht, wir packten von den Sachspenden 250 Beutel. Wir hatten für unsere Schule extra noch für 300 Kinder Stifte, Radier- gummis, Hefte,was war das für eine Freude, dass alles gereicht hatte dank der vielen Sachspenden. Der Abend naht, alles wurde aufgebaut. Wir kauften für jedes Kind Zahnbürsten, Zahnpasta, Kokosoel und Seifen…

Wir stellten alles in eine Reihe, 200 Plüschtiere hatten wir in große Säcke gestopft, was war das für eine Freude zu sehen, wie glücklich sie waren, als sie die Plüschtiere sahen. Sie kuschelten und kuschelten, denn wir sind in einem Kinderheim, sonst kuschelt niemand mit den Kindern. Wir waren alle so glücklich, jedes Kind hat was bekommen. Jetzt standen die Kinderheim-Helfer an, jeder wollte auch unbedingt ein Kuscheltier, 30 Hemden hatten wir noch dabei gehabt, jeder hat etwas bekommen, in der Reihe stand auch ein Fahrer mit einer Größe XXL. Oh da gab es echte Spannung am Hemd, es fehlte auf jeder Seite 3cm, für diesen jungen Mann war es kein Problem, er freute sich trotzdem.

Für die Männer hatten wir noch Hemden dabei. Sie strahlten über das ganze Gesicht. Sie wohnen in einem Dorf, haben es ganz schwer, denn alle haben Aids. Sie leben zusammen in einem Haus, dürfen das Haus auch nicht verlassen und waren so dankbar das wir uns extra Zeit genommen hatten.

Unsere Kinder im Kinderheim spürten so langsam das der Abschied naht, wir packten von den Sachspenden 250 Beutel. Wir hatten für unsere Schule extra noch für 300 Kinder Stifte, Radier- gummis, Hefte,was war das für eine Freude, dass alles gereicht hatte dank der vielen Sachspenden. Der Abend naht, alles wurde aufgebaut. Wir kauften für jedes Kind Zahnbürsten, Zahnpasta, Kokosoel und Seifen…

Vielen, vielen, vielen Dank an alle Spender

Yacobu und Yesobu

Wie sehr habe ich mich gefreut, als ich bei unserer Ankunft im OFH zwei mir noch aus dem letzten Jahr sehr vertraute Gesichter gesehen habe. Manche würden vielleicht sagen, es handelt sich um ein Gesicht, denn Yacobu und Yesobu sind eineiige Zwillinge und äußerlich nur durch wenige Merkmale zu unterscheiden – jedoch charakterlich sehr verschieden. Denn wie bei Jakob und Esau in der Bibel, hält sich Yacobu eher im Hintergrund auf und Yesobu, als der ältere, ist offener und wilder. Doch beide lieben es, uns auf unseren Ausflügen zu begleiten und uns zu „dienen“. Egal, ob es darum ging, uns das Essen auszuteilen, Wasser zum Hände waschen zu reichen, unsere Koffer zu schleppen usw., die Jungs waren immer sofort zur Stelle.

Was einem anfangs noch sehr unangenehm war (vor allem wenn man sah, wie recht zierlichen Jungs 23kg-Koffer auf die Schultern gelegt wurden, obwohl die doch Rollen hatten…), lernte man recht schnell zu akzeptieren, als man verstand, dass es für sie eine große Ehre war, unsere Taschen zu tragen und uns zu unterstützen, wo es nur ging. Das ist für sie eine Möglichkeit ihre Dankbarkeit auszudrücken. Und manchmal, wenn wir so als Grupper Weißer unterwegs waren und einige der großen Jungs uns begleiteten und uns vor neugierigen und manchmal ungenierten Landleuten zu schützen, wurde einem bewusste, dass sie uns im Ernstfall mit ihrem eigenen Leben beschützt hätten. Diese Einsatzbereitschaft beeindruckte mich sehr. Außerdem erstaunte es mich immer wieder, wie man sich ohne gemeinsame Sprache so gut verstehen kann. Denn ihr Englisch ging selten über „Hello, sister. How are you? I´m fine.“ hinaus. Ganz zu schweigen von meinem Telegu… Trotzdem reichte oft ein Blick, ein Fingerzeig oder ein Lächeln und man wusste was der andere einem sagen möchte. Das faszinierte mich immer wieder.

Als wir uns am letzten Tag in Matchillipatnam uns noch einmal mit den Schülern der 10. Klasse zusammengesetzt haben und über ihre Zukunft gesprochen haben, waren auch Yacobu und Yesobu mit dabei. Sie erzählten, dass sie gern Polizist und Geschäftsmann bzw. Zahnarzt werden möchten. Ob diese Wünsche Wirklichkeit werden können, wird sich zeigen. Normalerweise gehen die Kinder des OFH nach der 10. Klasse in ihre Dörfer zurück oder bekommen von ihrer Verwandtschaft Unterstützung, um auf das College zu gehen. Yacobus und Yesobus Mutter starb, als sie noch ganz klein waren und ihr Vater, ein einfacher Feldarbeiter, konnte sich nicht um sie kümmern und vertraute sie Pastor Babu an. Da er sich immer noch keine Ausbildung für seine Kinder leisten kann, fragte er erneut den Pastor, ob nicht die Möglichkeit besteht, dass sie weiterhin im OFH leben und zum College gehen könnten, wenn sie im Gegenzug mitarbeiten und helfen, wo es benötigt wird. Ob es so kommen wird? Ich weiß es nicht, wir sind schließlich in Indien… Ich würde mich sehr freuen und ich bete dafür. Aber ich bin mir ganz sicher, dass Gott sich auch weiterhin um diese Kinder kümmern wird.

Rahel